Grußwort von Alexander Dobrindt, Mitglied des Deutschen Bundestages und Bundesminister des Innern
75 Jahre Luftsportverein Weilheim-Peißenberg
Liebe Luftsportenthusiasten,
die Sehnsucht nach dem Fliegen, dem schwerelosen Gleiten durch die Lüfte hat den Menschen wohl schon seit seinen ersten Tagen begleitet.
Diverse Mythen zeugen davon. Einer der ältesten ist die über 4000 Jahre alte sumerische Geschichte vom Adlerflug des Hirten Etana.
In den allermeisten antiken Überlieferungen bleibt das Fliegen ein Privileg der Götter und anderer übernatürlicher Wesen.
Und das blieb auch so, bis sich ab der Mitte des 19ten Jahrhunderts die Grundprinzipien für den erfolgreichen Flug von Starrflüglern herausbilden und Flugpioniere, wie Otto Lilienthal Gleitflugapparate entwerfen und die ersten, zarten, echten Flüge in der Geschichte der Menschheit unternehmen.
Diesem Traum vom Fliegen haben sich auch 1951 Männer aus unserer Region verschrieben. Kaum, dass im Nachkriegsdeutschland das Segelfliegen wieder erlaubt war, gründeten sich zeitgleich zwei Luftsportvereine. Der eine in Weilheim, der andere in Peißenberg.
Alles mussten sie eigenhändig ins Werk setzen, so auch den Bau des ersten eigenen Segelflugzeuges das bereits 1952 zu seinem Erstflug abhob.
Ab 1955 mietete der Weilheimer Verein Flächen in Paterzell an, wo im selben Jahr auch der erste Flugtag stattfand. 2002 schließlich haben sich die beiden Vereine zum Luftsportverein Weilheim - Peißenberg zusammengeschlossen.
Hier möchte ich den geschichtlichen Exkurs verlassen und zur eigentlichen Sache zurückkehren: Dem Fliegen. Kaum etwas steht so für die Freiheit des Geistes und für den Triumph des Denkens und der Technik, wie das Fliegen. Und dies steht sinnbildlich für unser Streben nach Neuem: Immer wieder haben wir Menschen natürliche Grenzen verschoben oder gar überwunden. Immer wieder hat Mut, Forschergeist und Tatkraft die Menschheit weitergebracht, ihr eine neue Zukunft gewiesen.
Für dieses Urvertrauen, das Unmögliche zu vermögen, es zumindest zu versuchen, ohne Ängste neue Technologien auszuprobieren und weiterzuentwickeln - für all dieses Streben, für all diese Möglichkeiten Gegenwart und Zukunft zu gestalten, neue Lösungen für neue Probleme zu finden, ohne Panik, auch ohne Maschinenstürmerei für all das steht das Fliegen.
Das sollten wir uns gerade, in einer Zeit, in der einiges aus dem Gleichgewicht zu geraten scheint, vergegenwärtigen. Verzagtheit, Starrheit und krampfhaftes Festhalten am Überkommenen haben noch nie aus einer Krise geführt. Mut, Kreativität und Tatkraft dagegen schon.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen viele weitere glückliche Flugstunden und ein weiterhin aktives Vereinsleben, eine stets gute Landung, Gesundheit und Gottes Segen und natürlich Hals und Beinbruch!
Alles Gute,
Ihr Alexander Dobrindt