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Pfingsten 2026 – Eine Woche mit besten Segelflugwetter

In den letzten Jahren waren die Tage mit guten Voraussetzungen für großen Streckenflüge meist auf wenige Tage eingeschränkt: Entweder ein kurzes Zwischenhoch oder der Tag mit frisch eingeflossener Kaltluft. Mitunter dauert es in den Nordalpen noch einen halben oder ganzen Tag, bis die Restfeuchte abgetrocknet ist. Unterm Strich ergaben sich

Pfingsten 2026 – Eine Woche mit besten Segelflugwetter

In den letzten Jahren waren die Tage mit guten Voraussetzungen für großen Streckenflüge meist auf wenige Tage eingeschränkt: Entweder ein kurzes Zwischenhoch oder der Tag mit frisch eingeflossener Kaltluft. Mitunter dauert es in den Nordalpen noch einen halben oder ganzen Tag, bis die Restfeuchte abgetrocknet ist. Unterm Strich ergaben sich eher kleine Wetterfenster, die es zu nutzen galt.In diesem Jahr kam es anders.

Ab Pfingsten bildete sich ein dominantes Hochdruckgebiet mit flacher Druckverteilung fast über den gesamten Alpenbogen und brachte damit eine ganze Woche mit guten bis sehr guten thermischen Bedingungen.

Pfingstsamstag 23.05.

Auf der Nordseite etwas knifflig durch den starken Nordostwind. Tim und Georg fliegen ein 530km Dreieck (Gastein-Zernez). Zum Heimkommen ab Ohlstadt hilft der Motor. Urs feilt an seinem 632km Dreieck mit Wenden kurz vor dem Obertauernpass und bei Samedan. Für die geplante zweite Wende hat es nicht mehr gereicht. Mit einer Wende in Zernez werden es trotzdem 637km.

20:25 Uhr: Endanflug mit der Zugspitze im Blick

Sven zieht es auf die Südseite, 714km mit Wenden in der Kreuzeckgruppe und Tiefencastel. Zwischendrin lockt die hohe Basis zu einem Abstecher in die Dolomiten.

14:55 Uhr: Einstieg in die Dolomiten von Toblach aus

Pfingstsonntag 24.05.

Ilka fliegt mir der LS8 nach Zell am See und zurück (325km). Holger nimmt Paulus mit zu einemNachmittagsausflug ins Engadin. Für Paulus zum ersten Mal der Ausblick auf Piz Palü und die Bernina (388km). Herwig hangelt sich durch bis zum Dachstein und zurück (483km). Clemens und Johannes (682km) sowie Urs (705km) fliegen ein flaches Dreieck mit der ersten Wende bei Trieben.

16:30 Uhr: Nordseite des Großglockner (Wer findet den Segelflieger im Bild?)

Weiter im Osten wird es mau, Sven dreht deshalb am Hochschwab um (795km). Rückblickend wäre es sinnvoll gewesen, nicht auf den Wetterfrosch zu hören. Statt der Seitenansicht auf den Erzberg hätten wir wiederum möglichst schnell auf die Südseite wechseln sollen. Dafür haben sich am Spätnachmittag unsere Wege im Zillertal gekreuzt und wir sind mit Discus, Duo Discus und DG200 gemeinsam fast bis zum Reschensee geflogen. Am Ende sind alle wieder nach Hause gekommen, der Duo mit leichter Motorunterstützung.

Pfingstmontag 25.05.

Felix packt den Nimbus aus und führt ihn über 411km ums Montafon und zum Guffert. Tim und Peter nehmen Kurs Richtung Wallis und wenden kurz davor bei Ambri. Der Heimflug führt sie nördlich des Hauptkamms ins Zillertal und über den Achensee nach Hause (651km).

12:40 Uhr: Querab Samedan Richtung Maloja-Pass
14:45 Uhr: Blick auf den San Bernadino-Pass von Norden

Thomas fliegt mit der ASW22 zum Schoberpass bei Trieben und wieder zurück nach Paterzell (679km). Holger fliegt mit der LS8 ebenfalls nach Trieben. Mit der zweiten Wende in Samedan werden es 805km. Sven plant ein Dreieck auf der Südseite. Der erste Teil bis Nötsch läuft sehr schnell und so fällt es leicht, in die Karawanken zu verlängern. Über julische und karnische Alpen weiter ins Pustertal, Vintschgau und Engadin bis ins Rheintal: 888km und der Beweis, dass man auch von Paterzell aus nach Slowenien fliegen kann.

13:20 Uhr: Julische Alpen, auch Richtung Sočatal bestens entwickelt

Dienstag 26.05.

Felix ist wieder dabei und schnuppert im Mölltal kurz auf die Südseite. Mit der zweiten Wende am
Reschenpass werden es 548km. Tim und Georg wählen die erste Wende am Obertauernpass und
bleiben auf der Nordseite. Nach der zweiten Wende am Reschenpass gestaltet sich der Heimweg schwierig und ab Ohlstadt hilft der Motor für den Heimweg (583km). Urs verfeinert weiter sein 632km-FAI-Dreieck. Nach der ersten Wende bei Obertauern geht es am Hauptkamm entlang. Der Querung am Brenner folgt der Sprung ins hohe Gelände des Stubai- und Ötztals, weiter zur zweiten Wende bei Samedan. Der starke Insektenbefall am Flügel verhindert das Heimkommen und damit ist eine sichere Landung in Ohlstadt nach 668km die sinnvolle Entscheidung. Dussi und Sven planen ein Dreieck auf der Südseite. Selbst nach der Hauptkammquerung können sie im Mölltal hoch bleiben und nutzen die guten Bedingungen bis Nötsch. Weil die Südluft die karnischen Alpen vereinnahmt hat, bleiben sie im Gailtal und springen erst nach dem oberen Lesachtal in die Dolomiten. Sie genießen den Ausblick auf die drei Zinnen – erst aus 3000m und kurze Zeit später aus knapp 4000m. Auf dem Weg zur zweiten Wende im Rheintal kreisen sie erst mit einem Geier, dann kommen drei weitere hinzu. Für den Heimweg aus dem Ötztal nehmen sie das Maximum an Höhe mit. Auch ihnen machen die vielen Mücken am Flügel zu schaffen, aber es reicht mit 786km nach Hause.

14:20 Uhr: Drei Zinnen zum Greifen nahe

Mittwoch 27.05.

Ein Tag Pause in Paterzell. 1000km-Wetter auf der Alb und im Schwarzwald.

Donnerstag 28.05.

Nico ist der einzige Paterzeller, der sich bei straffem Nordwind in die Berge traut. Reichlich durchgeschüttelt umrundet er den Sylvensteinsee.

Freitag 29.05.

Tom erkundet das Rätikon, Ausblick auf die Schesaplana aus allen denkbaren Perspektiven (353km). Felix zaubert sein bisher größtes Dreieck auf der Nordseite in diesem Jahr mit Wenden bei Bad Gastein und Samedan (615km). Tim und Peter nehmen eine Abkürzung über den Gerlos am Großvenediger vorbei direkt auf die Südseite: Dolomiten und Bernina an einem Tag mit insgesamt 578km.

14:40 Uhr: Drei Zinnen von ganz oben
17:10 Uhr: Bianco-Grat und Morteratsch-Gletscher

Was lange währt, wird endlich gut: nach mehreren Anläufen gelingt Urs sein deklariertes 633km-FAI-Dreieck auf der Nordseite mit Wenden kurz vor dem Obertauernpass und bei Samedan.

19:25 Uhr: Herzlichen Glückwunsch zu verdienten 1006 Punkten in der DMSt-Wertung, lieber Urs!

Weil es heuer so gut lief auf der Südseite, nutzt Sven den letzten Tag für ein FAI-Dreieck mit Wenden bei Nötsch und im Rheintal. 863km als Abschluss einer Pfingstwoche, die den Paterzeller Segelfliegern noch lange in Erinnerung bleiben wird.

14:30 Uhr: Cortina d'Ampezzo
17:55 Uhr: Blick Richtung Ofenpass mit Ortler im Hintergrund